JOURNAL DE VOYAGE

Unter dem strengen Blick des Stadtheiligen San Gennaro, (latein Januarius: sehr passender Heiliger für einen Januar-Urlaub, gut ausgesucht!) beginnt die Erkundung des Altstadtviertel von Neapel.

Altstadt ist vielleicht in Neapel eher ein Hilfsbegriff, war hier, wo jetzt die Franziskaner eine Kirche gebaut haben, schon in der Zeit der Griechen und Römer ziemlich viel Betrieb.

Eine Säule des alten Tempels steht noch, der Tempel der Römer wurde umgewandelt, die römischen Götter mußten ausziehen, da sie vom Ein-Gott-Glauben Konkurrenz bekamen und dies auf einmal schick wurde.

Und schon errichteten die Katholen nach der feindlichen Übernahme der ehemals römischen Konkurrenz ihre Filiale, mit ziemlich viel Platz für das Publikum.

Die Nachbarn, die sparsamen Franziskaner, errichteten ihre lokale Zentrale auf den Trümmern einer großen römischen Shopping Mall.

Die original erhaltene Ladenzeile mit der Straße. Ob das auch schon eine Fußgängerzone war bzw waren Sänften mit Sklaven erlaubt?

Noch erhalten der Backofen des römischens Manns, der sogar backe kann.

Hier wurden Spezereien oder feinstes Geschmeide an die Kundschaft Neapolis feilgeboten und um Sesterzen gefeilscht.

Von der über 400km unterirdischen Tunneln, die es unterhalb im Vulkangestein von Neapel gibt, ist einer davon für die Öffentlichkeit geöffnet, über 150 Stufen gehts runter in die Unterwelt.

Diese Höhlen dienten als Steinbrüche für die Gebäude der antiken Zeit, dh zehntausende von Sklaven verbrachten als unfreie Menschen ihr Leben unterirdisch bis zum Tod durch Arbeit.

Die Höhlen dienten auch über 2.000 Jahre als Aquädukt und Wasserversorung für die Stadt, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sprudelte Wasser durch diese engen Gänge

Dann wurde auf diese Höhlen vergessen, erst bei den Bombenangriffen auf Neapel im 2. Weltkrieg erinnerte man sich, daß man ja eigentlich über einen überdimensionalen Luftschutzkeller verfügt.

Zurück an der Oberfläche ist man doch leicht überrascht von der Tatsache, daß dies der Eingang zu einem römischen Theater sein kann.

Durch das ehemalige Schlafzimmer, gehts über Stiegen in den Weinkeller, was die früheren Bewohner auch so geglaubt haben…

und schon steht man in den Überresten des Römischen Theaters für über 7.000 Leute.

In einer Wohung in der Nachbarschaft befinden sich die ehemaligen Abgänge zu den Plätzen. Und wenn es ganz ganz still ist, dann hört man immer noch die furchtbare Stimme von Kaiser Nero, der hier für die Show „Rom sucht seinen Superstar“ aufgetreten ist und überraschend gewann.

Zurück an der Oberflächte und schon sind wir auch ohne Zeitmaschine wieder im Mittelalter und zwar am Platz des Bettelorden. Die Säule ist Vertretern, Immobilienmaklern, Autoverkäufern und anderen Hausierern gewidmet.

Der große Glockenturm gehört zum Klosterkombinat der Chiaras gemeinsam mit den „kleinen Brüdern“. Ob die Chiaras auf die aufpassen mußten, ist nicht bekannt.

Daß das ein Kloster für adelige Mädels, die man nicht verheiraten konnte, wird klar, wenn man den Kreuzgang sieht. Damit sie ihr tolles Leben an den diversen Höfen nicht vermissen, hat man ihnen eine überdimensionale Wandzeitung hingemalt.

Außerdem hat man den Girlies aus hochadeligen Kreisen einen schönen Klostergarten mit bemalten Säulen und Bänken hingestellt samt Mandarinen- und Orangenbäumen.

In der dazugehörigen Kirche, die im 2. Weltkrieg zerstört wurde, befinden sich die Gruft der neapolitansichen Bourbonenkönige, die wiederum sehr gern mit Prinzessinnen aus Wien verheiratet worden sind. Eine davon, Maria Karolina, nach der Heirat mit dem Ferdl aus Neapel, ein lustiger Herr, von dem wird in den nächsten Tagen mehr zu lesen sein, mußte sie sich von Karolina auf Caroline umbennen, hatte 17 Kinder, von denen hat sind hier 8 begraben, also alle, die als Kinder gestorben sind.

Wo Könige und Prinzessinnen genannt werden, da sind auch Burgen und Schlösser nicht weiter und damit wird es morgen weitergehen….

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