JOURNAL DE VOYAGE

Ein Schöner Platz, ein Roter Platz

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Kurz vor 9, und zaghaft versucht ein neuer Tag sein Glück am Roten Platz

Gegenüber im Oligarchennichten-Einkaufstempel GUM ist ebenfalls noch die Weihnachtsbeleuchtung an.

Der Genosse Lenin hält gegenüber immer noch seinen tiefen Schlaf der Gerechten und träumt von neuen Revolutionen und was man alles besser machen könnt.

Und ob die eine oder andere Personalentscheidung vielleicht doch etwas unüberlegt war. Oder ob die Orthodoxen nicht doch schon wieder zu viel Macht haben mittlerweile…

Jedenfalls, mit der Sonne kehrt Leben am Platz ein…

Die Ehrenwache für die gefallenen, tapferen Soldaten der Roten Armee, die Befreierin Wiens, wird abgelöst…

General Shukov am Hohen Ross, Held der Sowjetunion, mit ziemlich vielen Heimsiegen und auch vielen Auswärtserfolgen gegen die Nazis, überwacht das alles von seinem Pferd aus, unter ihm der Reichsadler samt Hakenkreuz.

Das Historische Museum, ja der eindrucksvolle Backsteinbau, hat ebenfalls für seine Zeitreise von über 1.000 Jahren Russischer Geschichte die Pforten geöffnet.

Sollte Lenin plötzlich erwachen, nun in diesem Musem wär sein Rolls Royce auch noch geparkt, wenn er doch schnell weg müßte….

Für die Oligarchennichten ist ebenfalls alles parat, und das GUM hat geöffnet und macht auf sowjetische Raumfahrtnostalgie. vor Wahrscheinlich gibts deshalb noch eine alte Sowjetkantine mit unglaublich billigen Speisen und Getränken, und das auf dieser Adresse.

Jedenfalls ist der Rote Platz nicht mehr nur Ehrenfriedhof und Aufmarschgebiet für diverse Militärparaden. Auch wenn die Kreml-Astrologen mittlerweile arbeitslos geworden sind, hat sich doch einiges geändert. Schon gespannt, wann es ein KHL Winter Classic dort gibt, der Rink steht jedenfalls.

Im Moskauer Stadtbild ist aber der Sozialismus weiter präsent. Marx-Charlie blickt weiterhin streng aufs Hotel Metropol.

Neben den Spitzen der KPdSU, die hier residierten, wurden hier viele Mitglieder der Komintern, welche in Moskau lebten, zwangskaserniert und warteten auf ihre Abholung zu diversen Schauprozessen.

Immer wenn sich diese Aufzüge nach Mitternacht in Bewegung setzten, hielten alle Bewohner den Atem an und horchten, ob nicht die Schritte zu ihrem Zimmer kamen. Der NKWD ging nie zu Fuß über die Stiegen. Und meist endete die Reise gleich hier, an der Lubjanka, keine 500m entfernt.

Statt der Statute von Felix Dscherschinski liegt heute ein Stein aus einem Arbeitslager in Sibiren vor dem Gebäude, um an 100.000 Opfer der Stalinzeit zu erinnern.

Zwei Stunden nach dieser Aufnahme gabs dort 3 Attentäter, die herumgeschossen haben. So schnell holt einen der Irrsinn ein, auch im Urlaub….

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