JOURNAL DE VOYAGE

Proletkult in Samoskworetschje

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Am Kreml vorbei gehts rüber über die Moskwa und dem Umleitungskanal in den Stadteil Samoskworetschje, quasi die Leopoldstadt von Moskau, zwecks Moskwa-Kanal.

Über 2.000 verdiente Genossen der KPdSU, sowie hochrangiste Generäle der Roten Armee wohnten hier, quasi ums Eck vom Kreml. Ein Prominenten-Gemeindebau. Was während den Säuberungen dazu führte, daß von den über 2.000 Einwohner fast die Hälfte über Nacht delogiert wurde, dh vom NKWD abgeholt oder plötzlich „verreist“.

Entlang des Kanals wird groß umgebaut, alte Fabriken werden umgebaut und neu genützt.

Als Erinnerung an die alten Fabriken und ihren ehemaligen Werktätigen bleibt nur die Erinnerung an die Gefallenen des Weltkriegs bestehen.

Peter der Große teilte die Moskwa und den Kanal. Eigentlich wär er ja der Kolumbus vorgesehen gewesen, aber da dieses Denkmal für 500 Jahre Amerikaentdeckung sonst keinen Abnehmer fand, einigte man sich auf den Zaren und das 300 Jahre Jubiläum der Russischen Marine. Da ist man flexibel. Fänd das aber dekorativ am Praterstern statt dem Tegetthoff.

Die Gegend ist überhaupt für seine Denkmäler bekannt. Da es in Moskau ziemlich viele Denkmäler gibt, die irgendwie nicht mehr so gefragt sind, wurden sie hierher transferiert.

Natürlich gibts einige Lenins, die da im Garten herumstehen….

Und einen gute alten Bekannten, den man schon lange nicht mehr gesehen hat, obwohl er in meiner Kindheit oft im TV war. Der gute alte Leonid mit seinen dicken Augenbrauen.

Vom Volkszorn verjagt vor der KGB Zentrale, bekam er hier sein Exil. Felix Dscherschinski, der erste Geheimdienstchef

An dieser Promenade beginnt auch der legendäre Gorki Park. Erholungsgebiet der Moskowiter und bekannt für seine Mordfälle und deren Lösung von und mit Lee Marvin.

Mein Ziel war aber die Neue Tretjakow Galerie, die sich moderner, avantgardistischer sowjetische-russicher Kunst beschäftigt.

Höhepunkt dort sind sicher die vor der Vernichtung versteckten Gemälde für das Foyer von Marc Chagall.

Revolutionskunst und die Prolet-Kunst

Bei den Stalin-Bildern sei zu erwähnen, daß die meisten Generäle auf diesem Bild schon vor dem 2. Weltkrieg gestorben sind und im Hintergrund beim 2. Foto sieht man das Haus, wo ich am Anfang des Tages vorbeigekommen bin.

Aber nicht nur Gemälde werden im Museum bestaunt, Konzerte finden statt und im Foyer gabs eine Aufzeichnung für eine TV Show.

Bei so einem interessanten Museum vergeht der Tag schnell.Draußen zeigt sich Moskau im Kleid des Lichts…

Beim Heimweg gibts noch einen Abstecher in die ehemalige Schokoladenfabrik „Roter Oktober“. Mittlerweile ein Mix aus Lokalen, Bars, Geschäften, Fotoateliers uvm.

Über die weihnachtlich erleuchtete „Brücke des Patriarchen“, dahinter die Christ-Erlöser-Kirche, gehts zurück aufs andere Ufer der Moskwa.

Der Blick auf den Kreml beendet der Rundgang und ich frag mich, ob der Vladimir noch arbeitet oder den Einkaufssamstag genutzt hat, der Baum sollte ja schon fertig aufgeputzt sein.

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