JOURNAL DE VOYAGE

Auf den Boulevards der Zeitgeschichte

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Letzter Tag schon wieder in Tel Aviv. Zurück zum Anfang der Geschichte des Staats Israel. Der Eingang zum Museum der Hagana, Schwert und Schild der zionistischen Bewegung, sowie Keimzelle der israelischen Armee.

Eingerichtet wurde das Museum im Wohnhaus am Rothschild Boulevard eines der Führungsfiguren der Hagana während der 30er und 40er Jahren, Eli Golomb.

In diesen Räumlichkeiten wurden die Taktiken besprochen, wie geht man mit der britischen Besatzungmacht um, wie mit den Arabern, wie unterstützt man die Aufstände in den Ghettos in Nazideutschland

Weiter gehts über den Rothschild Boulevard zum nächsten Ziel, daß dieser bei Fußgängen, Ebikern, Radlfahre und Erollern so bliebt ist, ist auch den zahlreichen Labestellen, den Kiosken, welche auch so schon geplant wurden, zu verdanken. Gibt einen guten Cappuccino da.

In Zentrumsnähe fängt auch der Central Business District an, der Platz dient sonst als Flohmarkt.

Gleich in de Nachbarschaft findet man die Überreste der deutschen Templerkolonie, als religiöse Eiferer aus dem Schwabenland, die sich im Heiligen Land nieder gelassen haben, um Gott, Jesus oder Moses näher zu sein.

Bis zu 300 Templer lebten hier um sich auf den Weltuntergang bzw auf ein weiteres Erscheinen eines Erlösers zu warten.

Es steht sogar noch die alte Schule und das Gemeindezentrum. Mittlerweile eine Filiale von „Aroma“, die lokale Kaffeekette.

Es gibt auch ein paar deutsche Artefakte, die übrig geblieben sind.

Natürlich brauchts auch einen Wirten, damit die durstigen Deutschen zu ihrem Bier kommen. Und dort haben sie auf beim Kegeln auf den Erlöser gewartet, nun der kam nicht, aber voller Freude gründete man in den 30ern dann eine NSDAP Ortsgruppe und setzte auf die.

Unter Britischer Oberaufsicht blieb diese bis 1941 bestehen, bis die Deutschen nach Australien deportiert wurden. Aber trotzdem interessant, da die Briten die Zuwanderung von flüchtenden Juden aus Nazideutschland unterbanden, aber bis 41 die Existenz von NSDAP Ortsgruppen durch Palästinenserdeutsche tolerierten.

Die leerstehenden Gebäude übernahm jedenfalls der junge israelische Staat, deswegen ist gleich in der Nachbarschaft der Gebäudekomplex des Verteidigungsministerium, und der „Sendeturm“, von dem man wahrscheinlich jede Bewegung aller Hamas Führer beobachten kann.

Der Mossad war ebenfalls auf diesem Gelände tätig, da erinnert noch diese Antenne, mit derer ein eigenens Kommunikationssystem, welches abhörsicher war, entwickelte, um mit den „Filialen“ im Ausland in Verbindung zu bleiben.

Bei diesem Turm dahinter, handelt es sich um den Azireli Sarona Tower, immehin 238.5 Meter hoch und somit das höchste Haus Israels.

Da hier viele Büromenschen arbeiten und die Hunger bekommen, gilt auch für zahlreiche Uniformierte aus den Ministerien, hat man gegenüber einen Markt mit verschiedenen Restaurants eingerichtet und darüber Wohntürme.

So hat sich dieses Viertel von einer deutschen Templerkolonie hin zu einem modernen Businessdistrikt gewandelt.

Nächster Stop am Geschichtsboulevard ist der Rabin Square, hier steht auch das Rathaus und ist Heimat des Holocaust Denkmals, welches von oben wie ein Davidstern aussieht.

Umbenannt wurde der Platz aus einem tragischen Anlaß: die Ermordung von Rabin 1995 durch einen ultraorthodoxen Rechten, angestachelt durch die Propaganda von „Bibi“ Netanjahu. Der natürlich wie immer, bei unseren rechten Freunden, alles gar nicht so gemeint hat und so.

Der Boulevard durch die israelische Zeitgeschichte endet beim Wohnhaus des ersten Premiers von Israel, Ben Gurion. Als Mitglied der zionistischen Arbeiterpartei hat dieser sogar noch in einem Arbeiterviertel gewohnt, so ändern sich die Zeiten, auch wie bescheiden dieses Haus ist.

Der einzige Luxus, es sind ca. 200m zur Strandpromenade. Gerade rechtzeitg zum Sonnenuntergang, von und mit einem Hubschrauber der israelischen Küstenwache.

ENDE.

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