JOURNAL DE VOYAGE

Stadtspaziergang durch die Weiße Stadt

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Standortverlagerung. Von Neapel nach Wien zurück, jetzt wieder am Mittelmeer, aber deutlich südlicher, frühsommerliche Temperaturen schon in Tel Aviv, hier mitten im Zentrum. Am Platz beannt nach dem ersten Bürgermeister: Meir Dizngoff.

Tel Aviv ist eigentlich die Antithese zu Neapel, hier eine ziemlich junge Stadt (1909). dort vor locker vor 2.000 Jahren, da kann sich keiner mehr an den ersten Bürgemeister erinnern, der hier rechtsaußen im Rathaus saß.

Beim Wort „Rechtsaußen“ tritt er wie aufs Stichwort auf: „Bibi“ Netanyahu, der lustige Premier, die real existierende „Unschuldsvermutung“.

Unter ihm, das Museum der Irgun, der militärische Arm der rechten Zinoisten, sprich die Wiege des Likud Blocks.

Diese kämpfte für einen Brexit quasi aus Palästina und schenkte als Vergeltungsmaßnahme gegen Angriffe der Araber aus jüdische Siedlern, auch diesen ein. Sprengstoffattentate, Auspeitschen englischer Offiziere, Sabotage, Gefängnisausbrüche uvm. Bekanntetes Führungsmitglied: der spätere Premier Menachem Begin. Aber auch die Briten regierten mit eiserner Faust in ihrem Protektorat, wo sie eine Zuwanderung von jüdischen Flüchtlingen, die vor KZs in Europa flüchteten, mit allen Mitteln verhinderten. Hier die Aktivisten, die von der Besatzungsmacht zum Tode verurteilt wurden.

Zurück in die Gegenwart und auf den lebhaften King George Boulevard. Auch hier der Unterschied zu Neapel, aufgeräumt und die Überquerung der Straße gleicht nicht einem Selbstmordkommando.

Israelis lieben ihre Hunde, jede 2. dürfte gefühlt einen besitzen, deswegen gibts auch „Begnungszonen“ für diese…

„Frauerl“ und „Herrl“ können einstweilen ihre Muskeln stählen im öffentlichen Fitnesscenter im Park.

Das jemenitsche Viertel mit seinem Markt zeigt, der Basar ist gleich ums Eck.

Diverse Strudeln, die Nußschnecke und der Baumkuchen haben es jedenfalls auch über das Mittelmeer geschafft.

…und stehen in schwerer Konkurrenz mit Baklava und diversen anderen türkischen Mehlspeisen.

Vorbei an der „Bauhaus“ Architektur der Weißen Stadt gehts es Richtung „historisches Zentrum“

Hier errichteten die jüdischen Siedler ihre ersten Gebäude, mittlerweile der Boulevard Rothschild, früher Straße des Volkes. Der Reiter ist unser Bürgermeister, das Gebäude sein Wohnhaus, mittlerweile die „Independence Hall“ von Israel.

Jetzt betritt man historischen Boden, hier wurde der Staat Israel von Ben Gurion ausgerufen 1948. Das Geburtstagsgeschenk von 5 Arabischen Staaten: eine Kriegserklärung. Daß die Briten beim Abzug den Arabern Kriegsgerät und gute strategische Positionen überlassen haben, zeigt wie schwer es ist als Kolonialmacht abzutreten von der Bühne der Weltgeschichte. Und wenn man Israel mit Syrien, Ägypten, Libanon, Jordanien und Irak vergleicht, weiß man wer den gewonnen hat.

Der Rothschild Boulevard zieht als Hauptverkehrsschlagader durch die Weiße Stadt, rundherum schöne Bauhausgebäude.

In der Mitte des Boulevards, eine schattige Allee, jetzt ein Hipster Highway, bevölkert von E-Bikes, E-Roller und manchmal noch ein altmodisches Fahrrad. Auch das unterscheidet sich zu Neapel, dort fährt keiner mit so einem Spielzeug herum, wenn dann ein Roller, mit Benzin. Und Fahrrad, siehe Fußgänger…

Dafür gibts auch auch, wenn es zu anstrengend wird, Ruhezonen. Das kann man sich wiederrum in Wien nicht vorstellen, weil Sitzsack und Decke keinen Tag überleben würden.

Am Ende des Boulevards, das Habima Theater. Das Erste Theater in hebräischer Sprache. Daneben die Konzerthalle, benannt nach Herrn Bronfmann, nicht um seine Verdienste in der Aufdeckung der vergessenen NS Zeit UHBP Waldheim sondern als Geldgeber, wie üblich in der heutigen Zeit, für die Halle.

und schon sind wir wieder retour am Start von diesem ersten Stadtspaziergang.


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