JOURNAL DE VOYAGE

Tanz rund um den Vesuvius

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Vom Neapel der Gegenwart (Architektonisches Highlight aus den frühen 70ern) gehts mit der Bahn zurück um gute 1940 Jahre in das allseits bekannte Pompeji.

Die Stadtore sind geöffnet, das fahrende Volk wird eingelassen.

Das Forum auch noch ruhig, die Karawane mit Reisenden aus fernen Provinzen oder auch einfach von den Römer nur Barbaren genannt, läßt noch auf sich warten. Beim Ausbruch wurde hier den Bewohnen sicher ein faszinierendes Spektakel geboten, so mit freien Blick auf den Verursacher.

Gegen Vulkanausbrüche hilft auch keine noch so großer Apollotempel, der wendet sich ab und fühlt sich nicht zuständig.

Auch die Glücksgottin, Schwester des Wettergotts und Uroma des Hockey- und Fuballgottes war nicht wirklich engagiert. Viele Pompejianer wurden beim Alltäglichen überrascht. Wie zb beim ältesten Wirten der Stadt, glücklich war, wer noch nicht bezahlt hat.

Kalt blieben auch die vielen „Street-Food“ Küchen der Stadt.

Die Bäcker und ihr Personal natürlich umsonst in der Früh aufgestanden, um die Stadt mit Brot zu versorgen.

Dafür war die Südtangente leer, obwohl wie man von den Spuren sieht, da immer einiges los war.

Andere waren gerade nach der Leibesertüchtigung beim Schwimmen im Freibad

Das Dampfbad, wo man sich später zum politischen Tratsch traf, wurde zum Verdampfbad.

Einen Steinwurf entfert, im ältesten Bordell hat man sich schwer verkalkuliert, weil man erst vor vor einem Jahr das Laufhaus mit zusätzlichen Betten (sogar mit Holztüren zum Schließen, welch ein Fortschritt!) für die frischen Skalvinnen aus allen Teilen des Reiches, erweitert hatte.

Da hilft nicht einmal mehr die stadtweite Werbekampagne.

Aber welche Graffits halten sich sonst wo über 1.900 Jahre?

Gut, das Theater war noch nicht fertig wieder aufgebaut, weil es 20 Jahre vorher beim Erdbeben zerstört wurde.

Dafür wurden dort, wo früher Otternasen und Biberohren zum Naschen angeboten worden sind, im ehemaligen Unterhaltungsbezirk Food Court, die Typen untergebracht, die bei der Frage, wie sie heißen immer antworteten. „I am Gladiator“ und dann ziemlich langweiliges Zeug über ihr Leben erzählten, unaufgefordert.

Dabei hatte man sich so gefreut, daß endlich wieder die Stadionsperre von der Römischen Gladiatoren Liga aufgehoben wurde, Dank Nero und dem Erdbeben im 62er Jahr.

Nur weil es Ausschreitungen im Pulikum zwischen Pompeji und Nucera mit Toten gab und die Gladidatorenvertretung beleidigt abtrat, weil sie einen exklusiv Vertrag auf Töten innerhalb dieser Arena haben, war man da nicht ein bisserl kleinlich?

Es war wieder an der Zeit, daß wieder Gladidatoren durch diese Gänge schritten (und hoffentlich, hoffentlich fragt sie keiner nach ihren Namen, sie sollen nur kämpfen)

Vielleicht hätten die Pompejianer doch die Zeichen der Zeit erkennen sollen, als der Tempel der Isis einstürzte und dies nicht als zweitklassige Religion von zugewanderten Sklaven der 2. Generation abtun.

So existieren die Opfer dieser Naturkatastrophe als Gipsabdruck, fast schon 2.000 Jahre nach dem Unglück und man fragt sich, was und wie haben sie die letzten Minuten erlebt?

Und der, der alles miterlebt und überstanden hat, dreht sich vom Vesuv ab und blickt schweigend über das Land.


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