JOURNAL DE VOYAGE

Wir sind Papst und Gegenpapst sowieso

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Wie gestern erwähnt, geht es heute in den „Ersatz-Vatikan“ der Päpste und Gegenpäpste von Avignon.

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Nicht nur Touristen sind bald unterwegs, auch die die Französiche Armee, die heute den 100. Jahrestag des Waffenstillstandes vom 1. Weltkrieg feiert und den Toten des „Grand Guerre“ gedachte, mit immerhin über 1,4 Mio Tote bezahlte man diesen Irrsinn der Kriegstreiber der Hohenzollern & Habsburger.

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Zurück ins 14. Jahrhundert und in den Ehrenhof des päpstlichen Palastes.

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Viele fragen sich ja, warum überhaupt die Päpste auf die Idee kamen, sich in Avignon anzusiedeln. Der französische König kaufte einige Kardinäle und schon wurde ein Kandidat aus Frankreich gewählt. Der war eher reisefaul und nich wirklich von Rom bzw Italien begeistert, bzw. war es da auch noch üblich als Papst meist mit Gefolge herumzuziehen. Da Avignon noch nicht zu Frankreich gehörte, sondern zu Neapel, und ganz gut konnten mit dem Vatikan, einigte man sich. Vorteil für Avignon war direkte Verbindung mit der Brücke über die Rhone nach Frankreich, die noch nicht eingestürzt war. Der französiche König war auch begeistert, er konnte de facto ins Hl. Römische Reich zu Fuß rüberspazieren, wenn ihm danach war und noch wichtiger, da war auch Zoll fällig und die Herrschaften drüben in Avignon hatten ziemlich Bedarf für ihren Hof. Der Turm war der Grenzübergang und stand in Frankreich.

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Außerdem schafft es Arbeitsplätze. Gute 35 Jahre war man mit dem Bau der „Größten Baustelle des Jahrhunderts“ beschäftigt mit Bau und Umgestaltung und Neubau usw. Erklärt auch die verschiedenen Baustile. Endlich fertig war man dann 1370, 1376 ist der Papst nach Rom zurückgekehrt und ab 1415 war es auch vorbei als Residenz der Gegenpäpste.

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Für solche Projekt braucht es viel Geld, gut die frommen Herrscher gaben gern, von den Kreuzzügen blieben auch einiges über und von Steuern, Ablässen und Zehent der Bevölkerung konnte man auch gut leben. Dafür gab es eigene, mit dicken Mauern gesicherten und mit schmalen Fenstern versehene Räumlichkeiten, um diese Schätze zu lagern. In dieser Schatzkammer, wo die wertvollen Sachen gelagert wurden, gab es auch noch Kammern unter dem Boden, um die Sesterzen zu verstecken.

Verständlich, daß man so einen Tresor auch schüzten muß, nicht nur den Papst, kein Wunder, daß die Festung uneinehmbar war und auch monatelange Belagerungen stand hielt.

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Für die gemeinsamen Mahlzeiten und das eine oder andere Fest, um den Heiland zu gefallen, weil man gönnt sich ja sonst nix, wenn die Bauern schon gefüllte Ochsen vorbei bringen, gabs jedenfalls genug Platz für den Hofstaat des Papstes. Er selber hatte aber einen davon abgetrenten Raum zu essen, um sich nicht unters „Volk“ mischen zu müssen. Der Speiseraum ist auch der größte Raum des Palastes, zeigt auch, war wirklich wichtig war und ist. Der Glauben braucht ja Stärkung.

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Die Räumlichkeiten sind ziemlich karg, da vieles während der Franz. Revolution geplündert wurde bzw war die Nachnutzung als Kaserne, auch da wurde viel zerstört. Die Fresken, die übrig geblieben sind, geben jedenfalls einen Eindruck, wie das ausgesehen hat. Da dürften auch einige Maler beschäftigt worden sein.

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Der Thronsaal, hier wurden Kardinäle geweiht und Politik gemacht und eine oder andere Grauslichkeit im Namen des Herrns beschloßen. In diesem Raum gab es ziemlich interessante Ausführungen zum Thema Inquisition, Ketzer und Hexenverbrennung und waren wir nicht zu streng mit den Templern.

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Der Eingang links führt zu den Privatgemächern des Papstes, auch war das Büro im Zeremoniensaal, also kann man von einem „Home-Office“ sprechen.

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Zur Arbeit mußte der Papst wirklich nicht weit, auch wenn er zur Messe mußte, war es nicht weit und schon stand er in seiner Kathedrale, die heute für Ausstellungen genutzt wird. Für große, weil Platz ist genug.

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Unterhalb der Kathedrale befindet sich ein ebenso großer Raum, wo das oberste kirchliche Gericht tagte und Audienzen gewährt wurde. Dort wurde man heilig gesprochen, wenn man der richtigen Famile angehört hat und paar Sesterzen mitbringen konnte. War auch ein ziemlich gutes Geschäft und es gab eine große Schatzkammer zu füllen, wie wir gesehen haben. Oder es wurde gleich kurzer Prozess gemacht.

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Nach so viel Kirchengeschichte wird es Zeit die Aussicht zu genießen…

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Wir blicken rüber nach Frankreich und singen das Lied der Pont d’Avignon….

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Die Republik mit ihren Offiziellen (und den Soldaten vom Anfang, schwer aktiv) bei der Gedenkveranstaltung.

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Der Blick über den Place de l’Horloge mit dem Rathaus, das Opernhaus wird gerade reonviert.

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