JOURNAL DE VOYAGE

Da alle guten Dinge ja 3 sein sollen, (Die Ärzte, Musketiere, die Caps Meistertiteln, gut da basteln wir noch dran), hats mich wieder nach Paris für einen Kurztrip her verschlagen, quasi ein 4-Tage-Klassiker. Startpunkt diesmal vor den Toren, draußen in la Defense.

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Mit der 1er Linie geht es bis ans Ufer der Seine, an die Brücke Bir-Hakeim. Benannt nach einer Schlacht der letzten französichen Truppen in Libyen gegen die Wehrmacht. Über diese Brücke ist auch die französiche Armee wieder in Paris eingezogen.

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Eine „das ist nicht die Joan of Arc“ Statue wird heute als „Französischer Widerstand“ interpretiert. Was unerwähnt bleibt, ist das das über die selbe Brücke von der Vichy Regierung tausende Juden ins Radstadion am anderen Ufer gebracht wurden und bis zur ihrer Deportierung eingepfercht waren. Das Denkmal dafür hat man eher versteckt.

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Auch eine Dame, die ursprünglich eine Pariserin ist, ist auf der Seine Insel zu finden. Diesmal scheint sie aber schon auf die ersten zu warten, die wieder zurück rudern.

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Jedenfalls ergibts das doch irgendwie ein reizvolles Duo zweier Sehenswürdigkeiten. Vielleicht baut ja der Trump bald den Eiffelturm in Newark nach, gäbs wenigstens was zum Sehen in New Jersey.

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Weiter westlich am Seine Ufer war früher die Pariser „Motorcity“, aber nicht vom Hr. Ford, sondern der Herr Citroen hat da in seinen Werkstätten gezangelt und gehämmert und bis 100.000 Autos diverser Modelle erzeugt.

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Mittlerweile wurde das Gelände als Park umgewidmet und mit diversen Gebäuden wird an die Geschichte des Ortes erinnert. Ein Wetterballon ist fix stationiert, aber die Jury hat auf Grund schlechter und böiger Windverhältnisse leider den Abflug nicht freigegeben.

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Über den Boulevard „Emile Zola“ gehts dann zur heutigen Bergwertung auf den Mont Parnasse. Der Text von Zola hat gerade heute wieder immer noch seine Gültikgeit. Und den institutionellen Antisemitismus hat man auch noch nicht beseitigt. Heut gibts keinen Dreyfus mehr, also mus das Schächten herhalten. J’accuse….

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Am Weg trifft auch alte Bekannte, wie den Herrn Pasteuer, der auf die Kriegsinvalidenansiedlung vom 14er Wiggerl blickt oder bedauert er, daß der Verlierer von Aspern dort in der Gruft liegt.

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Interessant ist in diesem Fall, daß sich in der Nähe der Kriegsinvaliden auch gleich einige Krankenhäuser angesiedelt haben, scheint sich doch um eine gewisse Kundennähe zu handeln.

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Unter dem strengen Blick des Eiffelturms wird gerade der Samstagmarkt abgebaut. Es ist Mittagszeit. Alte Sessel scheinen nicht so der Renner gewesen zu sein.

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Attraktiver scheint der Hendl-Brater zu sein. Da warten doch schon ein paar, ob doch was überbleibt.

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Vom alten Bronstein weiß man ja, daß er nicht nur für permanente Revolutionen sich eingesetzt hat, sondern auch gern im Kaffeehaus gesessen ist, war es in Wien das Cafe Central, wo er als Hütteldorfer gern hingegangen ist, war es in Paris diese Lokalität, wo er sich gern mit Wladimir Iljitsch Uljanow auf einen Noisette getroffen hat.

IMG_7638Vom Linksintellektuellen Publikum merkt man heute nix mehr, sitzen eher die Fredi Gusenbauers im Gastgarten herum und lassen sich Euros aus der Tasche ziehen. Und der Balzac von Rodin schaut weiter auf die Obdachlosen runter…

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Keine 100m weiter kann man sich der frischesten Meeresgetiere gut gekühlt erfreuen….

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Der „Tour Montparanasse“ wiederum schaut eher noch Realsozialismus stalinistische Prägung Anfang 70er Jahre aus, und wurde doch mit sehr viel Gefühl in die Gegend gepflanzt.

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Gut, in 50 Jahren werden die Menschen auch so über unsere leerstehenden Shopping Malls reden. Wie man so etwas anders macht sieht man am „Bon Marché“

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Neben feinsten Spezereien hier, wird im Nebenhaus feinstes Tuch und Zwirn an die Dame und an den Herrn verkauft, inklusive das viel beschriebende „Shoppingerlebnis“.

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Wer so ein Kaufhaus hat, braucht natürlich auch ein Hotel dazu, gleich in der Nachbarschaft ist das „Lutetia“, (man hättes eigentlich ja auch Alesia nennen können…) Wer so ein Hotel hat, da kann man es auch nicht verhindern, daß auch nicht erwünschte Gäste erscheinen, die SS hat sich dort während der Besatzung breit gemacht und viele Widerstandskämpfer in den Kellern gefoltert, quasi wie im Metropol am Morzinplatz. Das Hotel wurde um über 200 Millionen renoviert und scheint noch nicht fertig zu sein….

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Nach dieser langen Etappe, wär eigentlich diese Cyborgfigur zu sein, gar nicht so schlecht…

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